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Neues Feuerwehrhaus als Modell
// Neues Feuerwehrhaus als Modell 02.08.2015
Vor vier Wochen hat der Stadtrat endgültig einen Neubau des Feuerwehrgerätehauses der Feuerwehr Laufen beschlossen. Wie das neue Feuerwehrhaus aber aussehen soll, wissen allerdings nur wenige.

Unser Ehrenkommandant und Ehrenkreisbrandmeister Heribert Bruckschlögl hat sich wieder mal ans Werk gemacht und ein Modell nach den ersten Entwurfsplänen des Feuerwehrhauses angefertigt.

Zwar sind die derzeitigen Pläne noch in der Entwurfsphase, allerdings wird sich in den Gebäudeausmaßen und Form nicht mehr viel verändern. Am Modell lässt sich recht gut erkennen wie sich das neue Feuerwehrgerätehaus in das bestehende Gelände am neuen Friedhof einfügt.

Kommandanten und aktive Mitglieder waren von der Überraschung begeistert ! smile

Die Feuerwehr Laufen bedankt sich an dieser Stelle nochmal bei unserem Heri für die viele Arbeit !!!
 
Autor: Patrick Reimann Fotos:  Feuerwehr Laufen (10 Bilder)
Stadtrat stimmt für neues Feuerwehrhaus
// Stadtrat stimmt für neues Feuerwehrhaus 10.07.2015
Artikel Südostbayerische Rundschau – 10.07.2015

Neues Feuerwehrhaus kostet 3,76 Mio. Euro
„Sparfraktion“ im Laufener Stadtrat unterliegt bei Abstimmung über die Varianten – Aktive füllen den Sitzungssaal

Mit 14 gegen sechs Stimmen hat der Laufener Stadtrat am Dienstagabend nach langer Diskussion der Errichtung eines neuen Feuerwehrhauses zugestimmt. Die Kosten sind mit 3,76 Millionen Euro veranschlagt.

Keiner der Räte plädierte für eine Sanierung des bestehenden Feuerwehrhauses. Aber die Kosten für den geplanten Neubau erscheinen manchem Stadtrat doch zu hoch. Als das Gremium im Dezember 2013 die Grundsatzentscheidung für einen Neubau traf, war man noch von einer deutlich geringeren Summe ausgegangen. Planer und Fachberater dagegen sehen in dem vorliegenden Entwurf für das zweigeschossige Gebäude südlich des Friedhofs eine vernünftige Lösung, die den Anforderungen gerecht wird und den Vorgaben des Feuerwehr-Bedarfsplans entspricht.

Bürgermeister Hans Feil ließ die Entstehungsgeschichte des Konzeptes Revue passieren und blickte auf die erheblichen Mängel des bestehenden Feuerwehrgebäudes, das zum Beispiel in der Dachkonstruktion gravierende statische Schwächen aufweist. Trotz teurer Sicherungsmaßnahmen muss das Dach im kommenden Winter schon bei einer Schneehöhe von drei Zentimetern geräumt werden – mit zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen.

Auch Franz Eder blickte zurück. Nämlich auf die Grundsatzentscheidung im Dezember 2013, als es geheißen habe, eine Generalsanierung schlage mit zwei Millionen Euro zu Buche, während ein Neubau lediglich 1,5 Millionen kosten würde. Ein Jahr später war man schon bei 3,5 Millionen Euro gelegen. Trotz des Auftrags an den Planer, Kosten zu verringern, liege man nun bei fast 3,8 Millionen Euro.

Architekt Heinz Fritsche räumte ein, dass die erste Kostenschätzung „mit heißer Nadel“ gestrickt gewesen sei, vergleiche man jedoch die aktuellen Zahlen mit den Inhalten, den Förderungen und einem möglichen Verkaufserlös des derzeitigen Grundstücks, dann erkenne man: „So falsch waren die Zahlen nicht.“ Es sei hierbei keinesfalls „getrickst“ worden.

Tatsächlich habe man in Zusammenarbeit mit den Fachplanern der „kplan AG“ einiges optimieren und einsparen können. Das bestätigte Diplom-Ingenieur Detlef Brücklmeier: „Wir sind unabhängig voneinander zu ähnlichen Entwürfen, Größen und Kosten gekommen.“ Als „vernünftig und nicht übertrieben“, beschrieb der Fachmann das vorliegende Konzept, das inzwischen von der Regierung von Oberbayern genehmigt wurde und Fördergelder dafür in Aussicht gestellt.

Das Gebäude wird zweigeschossig errichtet, wobei aus Sicht des Planers die Hanglage von Vorteil ist. Auch das Dachgeschoss kann durch eine etwas erhöhte Außenmauer genutzt werden. Fritsche präsentierte ein detailliertes Raumprogramm von der Waschhalle und Schlauchpflege bis hin zu Büros und Schulungsräumen.

Agnes Thanbichler erinnerte daran, dass auch das Feuerwehrhaus in Leobendorf „fällig“ sei und etliche Fahrzeuge in die Jahre gekommen seien. „Die Feuerwehr wird uns noch sehr viel Geld kosten“, sagte Thanbichler und fragte mit Blick auf die laufenden Kosten: „Können wird das Gesamtpaket Feuerwehr auf Dauer schultern?“

Feuerwehrreferent Karl-Heinz Schauer betonte, dass die Feuerwehr Pflichtaufgabe einer Kommune sei. Er hoffe, dass ein neues Gebäude „vielleicht 40, 50 Jahre“ halten werde; beim Bau sollte der städtische Bautechniker ein Auge auf die Kostenentwicklung haben und dem Stadtrat laufend berichten.

Bürgermeister Hans Feil vermerkte positiv, dass keines der letzten Großprojekte der Stadt teurer als die Kostenschätzung geworden sei, obschon es immer Unwägbarkeiten gebe. „Auf Kante genäht“ sieht Planer Fritsche den Entwurf, gleichwohl könne er dafür gerade stehen. Diese Äußerung veranlasste Hans-Peter Kirchmann von „kplan“ zu der Bemerkung, dass Fritsche „ein mutiger Mann“ sei.

Finanziert werden soll das Ganze über mehrere Haushaltsjahre. Feil hält einen Rohbau binnen eines Jahres für möglich.

In einem flammenden Plädoyer warb Lutz Feiler für die Feuerwehr und dieses „optimale Minimal-Programm“. „Abknapsen geht nicht“, so seine feste Überzeugung. Die drei Räte von ufb dagegen sähen bei geändertem Fahrzeugkonzept die Möglichkeit einen der neun Stellplätze einzusparen. Auch entspreche die der Planung zugrunde liegende Zahl von 90 Aktiven nicht dem aktuellen Stand. Tatsächlich sind es derzeit 55 Aktive plus 16 Jugendliche.

„Wir hoffen, dass es mehr werden“ sagte 2. Kommandant Patrick Reimann als Zuhörer der Sitzung und verwies auf die Normvorgaben. Kommandant Herbert Kitzberger sagte, er halte aufgrund der Anforderungen sowohl in der Altstadt als auch im Außenbereich die Fahrzeugausstattung für angemessen und notwendig. Kreisbrandinspektor Leonhard Schaller fügte an, die Laufener Fahrzeuge seien auch für den Einsatz in anderen Kommunen eingeplant. „Wir stehen dahinter.“

„Ich fände es schade, wenn keine Übereinstimmung zustande kommt“, begründete Franz Eder seinen Antrag zur Geschäftsordnung. Er schlug vor, den Architekten Fritsche damit zu beauftragen, eine preisgünstigere Planung vorzulegen. Das befürworteten die beiden anwesenden Grünen-Räte, die drei Vertreter von der ufb und die ÖDP. 13 Stadträte lehnten Eders Antrag ab.

Robert Eberherr mahnte: „Billig ist nicht nachhaltig.“ Ein späterer Anbau käme teurer. Er wolle nicht über ein oder zwei Spinde und zehn Quadratmeter diskutieren, machte auch Werner Eckl klar und führte einen möglichen Verkaufserlös von 500.000 Euro für das jetzige Grundstück ins Feld.

„Man muss die Wahrheiten und Realitäten zur Kenntnis nehmen“, schloss Hans Feil die Diskussion, „kleiner und günstiger geht nicht.“ Wer bei dieser Gemengelage dagegen sei, müsse sich vorwerfen lassen, dies aus nicht nachvollziehbaren Gründen zu tun. Das wollten sich die Räte von CSU, FBL, SPD und Linken nicht nachsagen lassen. Die ufb, die ÖDP und Franz Eder blieben bei ihren Nein. Der Neuaufstellung eines entsprechenden Bebauungsplanes stimmten dann alle zu.
 
Autor: Hannes Höfer Fotos:  Südostbayerische Rundschau (1 Bilder)
Feuerwehr Laufen bekommt neues Feuerwehrhaus - Chronik der Ereignisse
// Feuerwehr Laufen bekommt neues Feuerwehrhaus - Chronik der Ereignisse 09.07.2015
Die „unendliche Geschichte“ oder „wir bauen ein Feuerwehrhaus“, so könnte man die letzten dreieinhalb Jahre kurz und knapp zusammenfassen. Nach langer Vorlaufzeit beschließt der Stadtrat der Stadt Laufen endgültig einen Neubau des Feuerwehrhauses.

Um zu verstehen welcher Kraftakt hinter Feuerwehr, Planern und Stadtverwaltung liegt, muss man nicht weniger als die letzten dreieinhalb Jahre ins Auge fassen.

Bereits im Januar 2012 drängten die Kommandanten der Feuerwehr Laufen auf eine möglichst baldige Sanierung des bestehenden Feuerwehrhauses an der Abtsdorferstraße. Nach einem Gutachten über den baulichen Zustand des Gebäudes und Vermessungen des Flachdaches folgte Ende 2012 eine erste Sofortmaßnahme zur Abstützung des einsturzgefährdeten Daches.

2013 – Grundsatzbeschluss

Anfang 2013 wurden erste Überlegungen angestellt, ob ein Neubau nicht die wirtschaftlichere Lösung im Vergleich zu einer Sanierung darstellt. Nach dem Hochwasser 2013 musste das Hallendach mit einer weiteren Sofortmaßnahme statisch unterstützt werden.

Der Grundsatzbeschluss zum Neubau des Feuerwehrhauses viel im Dezember 2013 noch unter dem „alten“ Stadtrat. Die Stadträte waren sich einig, dass an der Sicherheit der Feuerwehrdienstleistenden nicht gespart werden darf und hatten sich einstimmig für einen Neubau ausgesprochen.

2014 – Raumprogramm und Grundlagenermittlung

Auch wenn es 2014 in der Öffentlichkeit recht still um das Projekt Neubau geworden ist, war es ein wichtiges Jahr mit vielen ehrenamtlichen Stunden an Vorbereitungen. Die eigens gegründete Planungsgruppe besichtigte Feuerwehrhäuser von Fridolfing bis Buchloe (bei Landsberg am Lech) und fasste die gewonnen Eindrücke und Erfahrungen in ein Raumprogramm zusammen.

Dieses Raumprogramm wurde mit Stadtverwaltung abgestimmt und von unabhängigen Fachleuten bewertet, wie der Firma KPlan AG einem anerkannten Planungsbüro für Feuerwehrhäuser und der Firma Luelf & Rinke einer Fachfirma für Brandschutzbedarfsplanung.

Dieses Raumprogramm passierte im Dezember 2014 den neu gewählten Stadtrat. Allerdings wurde das vorgestellt Programm mit sehr viel Kritik zur Kenntnis genommen. Bei den Diskussionen über die Notwendigkeit der einzelnen Räume merkte man deutlich, dass einige Stadträte sich der immer zahlreicheren Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr nicht bewusst waren.

Der Hauptkritikpunkt war allerdings die Kostenschätzung in Höhe von ca. 3,5 Millionen Euro, die im Vergleich der ersten Schätzung im Jahr 2012 doch deutlich höher ausgefallen war.

Wichtig ist aber zu wissen, dass die Schätzungen von 2012 auf völlig anderen Grundlagen erstellt wurden. Die Zahlen aus dem Jahr 2012 verglichen einen Neubau mit 7 Stellplätzen ohne die Grundlage eines Raumprogrammes und den Kenntnisstand von Anforderungen nach DIN und Feuerwehrbedarfsplan. So wurde der Ersatzbau für das alte Feuerwehrhaus auf 2,5 Millionen Euro mit einer Generalsanierung des bestehenden Hauses mit 2 Millionen Euro verglichen. Abzüglich der Förderung in Höhe von 500.000 Euro bei einem Neubau, standen sich die Kosten 1:1 gegenüber. Da ein Neubau hier die wirtschaftlichere Lösung darstellte,
entschied sich der Stadtrat einstimmig für einen Neubau.

Mit dem Beschluss zum Raumprogramm wurden dem Architekten Heinz Fritsche vom zuständigen Planungsbüro Planquadrat Fritsche aus Teisendorf umfangreiche Aufgaben für das Erstellen einer Entwurfsplanung mit auf den Weg gegeben. Das Planungsbüro bekam laut Beschluss einen Planungsauftrag mit der Maßgabe, Raum- und Außenmaße so gering wie möglich zu halten, die Haushaltslage der Stadt zu berücksichtigen und dabei die Anforderungen der aktiven Feuerwehr nicht außer Acht zu lassen.

2015 - Entwurfsplanung

Am Dienstag beschäftigte sich nun der Stadtrat erneut mit dem Projekt Neubau Feuerwehrhaus. Das Planungsbüro Fritsche stellt hier die fertige Entwurfsplanung mit Kostenschätzung vor.

Seit Anfang 2015 wurde in mehreren Entwürfen aus dem Raumprogramm ein grundsolider Entwurfsplan erstellt, der in insgesamt vier Schritten zu einem immer kleineren Baukörper und damit zu einer wirtschaftlichen Lösung führte.

Das neue Feuerwehrhaus wird am Stadtrand, nur wenige 100 Meter vom jetzigen Standort entfernt, auf dem großen Kiesparkplatz zwischen Friedhof und Bauhofstraße entstehen. Die Geländesituation stellt bei diesem Grundstück den größten Vorteil dar, aufgrund eines Höhenunterschiedes kann im westlichen Teil, ein 3-geschossiger Baukörper errichtet werden, womit erheblich bebaute Fläche eingespart werden kann.

Der Entwurf gliedert sich zu einen „Funktionstrakt“ der im Westen parallel zu Kreisstraße und Radweg verläuft, mit einem frei zugänglichen Untergeschoss das 2 Stellplätze und Technikräume beherbergt.

Im Erdgeschoss des Funktionstraktes befinden sich die für den Betrieb notwendigen Räume wie Funkraum, Besprechungsraum, Aufenthalts- und Jugendraum so wie Küche und sanitäre Anlagen. Im Obergeschoss finden Büros, Schulungsraum, Bekleidungskammer, Archiv und weitere Verwaltungsräume Platz.

Der zweite Trakt „Fahrzeughalle“ enthält im Erdgeschoss neben weiteren 7 Stellplätzen eine Waschhalle, Einsatzumkleiden für Damen und Herren, sowie die notwendigen Arbeits- und Pflegräume. Der nördliche Teil zum Friedhof hin erhält im Obergeschoss zusätzlich dringend benötigte Lagerflächen, die am derzeitigen Standort noch in Fertiggaragen auf dem Übungsgelände untergebracht sind.

Das Feuerwehrhaus wird mit einem Übungshof von ca. 1.200 m², einem 12,50 Meter hohen Übungsturm aus Stahlbauweise und weiteren Übungsobjekten wie Anschlagpunkte und Zisterne ausgestattet.

Der gesamte Entwurf kommt nach Kostenschätzungen des Planungsbüros Fritsche auf eine Gesamtsumme von 3,72 Millionen Euro. Von der Regierung von Oberbayern kann nach ersten Abstimmungen mit einem Zuschuss von Insgesamt 700.000 Euro für 9 förderfähige Stellplätze, sowie Übungsturm und Schlauchpflegeanlage gerechnet werden. Gegenüber den Schätzungen aus dem Jahr 2012 ergab sich nach Abzug der Förderung für einen Neubau somit eine Differenz von rund 600.000 Euro.

Die Firma KPlan berechnete ebenfalls unabhängig vom Planungsbüro Fritsche die Kosten für das neue Feuerwehrhaus und kam auf die übereinstimmende Gesamtsumme. Als Fachplaner für Feuerwehrhäuser hat die Firma KPlan bereits mehrere hundert Neubau- und Sanierungsprojekte in ganz Deutschland betreut und erfolgreich verwirklicht.

Entscheidung des Stadtrates

Im Grundsatz waren sich fast alle Stadträte einig, dass eine Sanierung des Bestandes keinen Sinn machen würde und nur ein Neubau die richtige Lösung darstellt.

Nach wie vor störten die Räte aber die hohen Baukosten des Projektes und so wurde von einem Stadtrat ein Antrag auf weitere Einsparung von Kosten und die Vertagung der Entscheidung in die Sitzung eingebracht. Dieser Vorschlag wurde allerdings von der Mehrheit abgelehnt.

Auch eine Reduzierung des Fahrzeugbestandes und eine damit verbundene Einsparung von Stellplätzen wurden von einem Stadtrat in Spiel gebracht. Allerdings hat der Feuerwehrbedarfsplan gezeigt, dass die Feuerwehr Laufen und der Löschzug Leobendorf alle bestehenden Fahrzeuge für das Erreichen ihrer Einsatzziele benötigt.

Architekt Heinz Fritsche versuchte mehrmals die Kostenentwicklung seit dem Grundsatzbeschluss im Dezember 2013 (wie oben beschrieben) zu erläutern. Obwohl der Entwurf und Kosten übersichtlich und sehr transparent präsentiert wurden stimmten am Ende sechs Stadträte gegen einen Neubau, 14 sprachen sich dafür aus.

FAZIT

Auch wenn es eine gefüllte Ewigkeit gedauert hat und die Verantwortlichen oft daran gezweifelt haben, ob ein Neubau jemals verwirklicht würde, so wurde am Ende doch eine richtige und zukunftsfähige Entscheidung für die Feuerwehr Laufen gefällt.
Zu Bedenken ist auch, dass der Neubau des Feuerwehrhauses kein Vereinsheim, sondern eine öffentliche Einrichtung der Stadt Laufen darstellt, bei der Freiwillige ihren Dienst ohne Bezahlung verrichten. Eine vernünftige Arbeitsumgebung ist somit das mindeste was man als Gegenleistung erwarten darf.
 
Autor: Patrick Reimann Fotos:  Feuerwehr Laufen (1 Bilder)
Stadtrat diskutiert Raumprogramm für Neubau
// Stadtrat diskutiert Raumprogramm für Neubau 02.12.2014
Artikel Südostbayerische Rundschau - 05.12.2014

„Wunschkonzert oder Notwendigkeit“
Stadt diskutiert über die Anforderungen an das neue Feuerwehrhaus – Kostenschätzung 3,5 Millionen Euro

„So wenig wie möglich, so viel wie notwendig“, beschrieb Laufens Geschäftsleiter Christian Reiter den Anspruch an die Planungen zum neuen Feuerwehrhaus. Wie berichtet ist der erst rund 30 Jahre alte Bau an der Abtsdorferstraße marode, ein Neubau am Friedhof vorgesehen. In der Sitzung des Stadtrates diskutierte das Gremium ausführlich über Notwendiges, Wünschenswertes und Verzichtbares, aufgelistet in einer seitenlangen Excel-Tabelle, gekennzeichnet mit grün, gelb und rot.

Reiter bedankte sich bei den beiden Kommandanten Herbert Kitzberger und Patrick Reimann für „wahnsinnig viel Arbeit“ bei der Erstellung eines Raumprogramms. Dieses „riesengroße Wunschkonzert“ habe die Verwaltung dann „deutlich abgespeckt“ und externe Fachleute „drüber schauen lassen“. Das Ergebnis präsentierten die beiden Kommandanten in Zusammenarbeit mit dem Architekten Heinz Fritsche.

Bürgermeister Hans Feil erinnerte eingangs an den Feuerwehr-Bedarfsplan, der gezeigt habe, dass die Wehr sowohl was die Ausstattung betreffe als auch die beiden Standorte „genau richtig aufgestellt“ sei. Allerdings bestehe an beiden Standorten Handlungsbedarf, in wenigen Jahren müsse man sich auch um Leobendorf kümmern.

Zunächst geht es um Laufen: Vieles ist vorgeschrieben. Etwas getrennte Waschräume für Männer und Frauen, für die Kleidung müssen Spinde in einem eigenen Raum zu Verfügung stehen. Vorgesehen sind nun anstatt sechs sieben Fahrzeugstellplätze. Anhänger Boote, die derzeit in Fertiggaragen am Hof untergebracht sind, werden im neuen Gebäude Platz finden, das zweigeschossig mit nutzbarem Dachraum ausgeführt werden soll.

Die Werkstatt soll größer werden, weil die Wehr vieles selber mache. Der Treibstoff soll im Bauhof nebenan Platz finden. Einen Schlauchturm wird es nicht mehr geben, stattdessen einen Übungsturm in Stahlbauweise. Kitzberger sprach sich für eine Kompaktanlage zur Schlauchpflege aus. Oberndorf habe bereits signalisiert, daran partizipieren zu wollen. Auch die Wäsche will der Kommandant künftig selber waschen und trocknen. „Da hat es auswärts immer Probleme gegeben.“

„Ein Jugendraum ist Vorschrift“, verdeutlichte Reimann, der Schulungsraum sei derzeit sehr eng. Auch die Ordner, die man „stapelweise“ zu Hause habe, sollen in adäquaten Büro-, Besprechungs- und Stabsräumen Platz finden. Um vernünftig arbeiten zu können, brauche es mehr als diesen einen Computer.

Kitzberger regte an, die Rettungsorganisationen sollten das neue Gebäude gemeinsam nutzen. „Wasserwacht, Bus und Boot sind eingeplant“, erläuterte Architekt Heinz Fritsche. Es wäre nicht gut, ginge nur die Wasserwacht mit raus, und das Rote Kreuz bliebe in der Schule, gab Christian Burr zu bedenken. Vom BRK gebe es noch keine Resonanz, so der Planer, der Zweifel am Sinn dieser Raumdiskussion äußerte, solange es keine planerischen Grundlagen gebe. Dafür erntete er Widerspruch.

Heinz Fritsche erinnerte an den Beginn seines Auftrages: Auf 18 Seiten hatte er ein Sanierungskonzept für das bestehende Gebäude erarbeitet. „Von Anfang an ein vermurkster Bau“, so sein Urteil, „egal was man reinsteckt, das wird nie was Gscheid’s.“ Wenige Stunden vor der damaligen Stadtratssitzung hatte man bei Fritsche angefragt, doch die Vergleichskosten für einen Neubau zu präsentieren. Auf die Schnelle hatte er sich in Nachbargemeinden nach den Kosten ähnlicher Projekte erkundigt und dem Stadtrat eine Schätzung von rund 2,5 Millionen Euro präsentiert. Zu wenig, wie sich herausstellte.

„Aus 2,5 wurden 3,5 Millionen“, wunderte sich Michael Spitzauer über eine Steigerung um 40 Prozent. Auch Agnes Thanbichler missfiel die Entscheidung im Vorjahr aufgrund unsicherer Zahlen. „Es hat geheißen, ein Neubau kämme billiger.“ Nicht zuletzt wegen des Veräußerungserlöses des jetzigen Grundstückes und der Zuschüsse, die allein für einen Neubau fließen würden. „Zuschüsse sind auch Steuergelder“, gab ihr Fraktionskollege Wilhelm Winkler zu bedenken, „das zahlen auch wir, nur aus einer anderen Tasche.“

Winkler war zudem aufgefallen, dass man manch gestiegene Anforderung mit geänderter DIN-Norm begründete. Die sei augenscheinlich vom April 2012 und immer noch gültig. Im Grundsatz ja, Feinheiten hätten sich verändert, versuchte Reiter eine Erklärung. Der Geschäftsleiter erinnerte an die Mängelliste aus dem Jahr 2012. „Das Dach war einsturzgefährdet, allein die Sicherung mit Holzbalken kostete 30.000 Euro.“ Auch bei einer Sanierung hätte es eine Anbaus bedurft, um die jetzt geplante Fläche von 1826 Quadratmeter zu erhalten.

„Ihr macht es Euch verdammt leicht“, ging Bürgermeister die Skeptiker scharf an, „letztlich geht es nur um die Frage: Was ist die wirtschaftlichste Lösung?“ Franz Eder „störte“ an der Replik des Stadtoberhauptes deren „Lautstärke“, denn die Fragen dazu seien durchaus berechtigt. Am Ende votierten Thomas Resch, Agnes Thanbichler und Michael Spitzauer gegen, die restlichen 16 Stadträte für den noch modifizierten Beschlussvorschlag, der dem Architekten einen Planungsauftrag gab mit der Maßgabe, Raum- und Außenmaße so gering wie möglich zu halten, die Haushaltslage der Stadt zu berücksichtigen und Reserven wie zu Beispiel die Damenumkleide nochmals kritisch zu prüfen. „Warum ausgerechnet bei den Damen?“, wunderte sich Dr. Dorothea Leistner. Weil die mit 25 Nutzerinnen doch unrealistisch hoch angesetzte worden sei, so Reiters Antwort.
 
Autor: Hannes Höfer Fotos:  Südostbayerische Rundschau (1 Bilder)
Stadtrat fasst Grundsatzbeschluss für Feuerwehrhaus Neubau
// Stadtrat fasst Grundsatzbeschluss für Feuerwehrhaus Neubau 05.12.2013

Artikel Südostbayerische Rundschau - 05.12.2013

Laufen bekommt neues Feuerwehrhaus
Der alte Bau aus den 80-er Jahren ist völlig marode – Zwei Millionen Euro für Neubau

Bürgermeister Hans Feil hätte wohl besser aufgezählt, was an dem Gebäude noch in Ordnung ist. Die Mängelliste war ellenlang und der Stadtrat war sich einig, dass eine Sanierung des 30 Jahre alten Feuerwehrhauses nicht zielführend wäre. Einstimmig befürwortete das Gremium einen Neubau im Bereich des Parkplates südlich des Friedhofes und westlich des Trachtlerheims.

Nicht zuletzt das tragische Eishallenunglück vom 2. Januar 2006 in Bad Reichenhall hat die Statik des Laufener Feuerwehrhauses ins Blickfeld gerückt. Tatsächlich musste in Folge mehrfach Schnee vom Dach geräumt werden, vor allem aber die Decke für einen fünfstelligen Betrag statisch gesichert werden. Weitere Maßnahmen wären in naher Zukunft erforderlich. Eine Generalsanierung und ein notwendiger Erweiterungsbau würden sich laut einer groben Schätzung auf 2,085 Millionen Euro belaufen. Abzüglich möglicher Zuschüsse von 61.000 Euro würden bei der Stadt 2.023 Millionen Euro verbleiben.

Um bei einem Neubau an Ort und Stelle die Funktion der Feuerwehr währen der Bauphase sicherstellen zu können, hätte man eine Neubau spiegelverkehrt errichten und anschließend den Altbau abbrechen müssen. Diese Variante würd mit rund 2,55 Millionen Euro zu Buche schlagen, wobei nach Abzug möglicher Zuschüsse von 500.000 Euro etwa 2,05 Millionen Euro bei der Stadt verblieben, also nur 25.000 Euro mehr als bei einer Sanierung des Altbestandes. Weil aber bei dieser Version Schwierigkeiten absehbar wären, und Aspekte der Stadtentwicklung zu berücksichtigen sind, hatten sich Bürgermeister, Feuerwehrkommandanten und Verwaltung auf die Suche nach einem geeigneten Grundstück gemacht. Für ein Wunschareal waren die Verhandlungen gescheitert. Fündig geworden ist man südlich des Friedhofes im Bereich des jetzigen Besucherparkplatzes. Alternative Parkmöglichkeiten würden dort geschaffen, wo jetzt noch ein baufälliger Schuppen steht.

„Diese Lösung hätte den Charme, dass die Stadt das Areal des jetzigen Feuerwehrstandortes überplanen und verkaufen könnte“, erklärte Bürgermeister Feil. Alles in allem käme also ein Neubau deutlich günstiger als die Sanierung. Dieser Standort würde auch den Vorgaben eine künftigen Feuerwehrbedarfsplanes entsprechen, was zum Beispiel die Erreichbarkeit aller Ortsteile binnen einer gewissen Frist betrifft.

Laut gültigem Flächennutzungsplan ist der anvisierte Bauplatz Friedhoferweiterungsfläche. Tatsächlich aber entsprechen die ursprünglichen Bedarfsberechnungen nicht mehr der Realität, die Zahl der Gräber geht sogar zurück, so dass die verbleibenden Flächen auf unabsehbare Zeit ausreichend sind. „Vergessen wir Leobendorf nicht, auch das Haus ist marode“, erinnerte Herbert Fial und fragte: „Wieso überlegen wir nicht, beide Häuser in der Gemeindemitte, etwas bei Froschham / Moosham zusammenzulegen?“ Man könnte somit eventuell mehr Fördergelder erhalten und ein Zusammenwachsen der Ortsteile fördern, gab Fial zu bedenken. Die Erreichbarkeit spreche dagegen, sagte Herbert Puffer, die Einsatzzeit sei mit zehn Minuten gefordert. Im Übrigen stehe im damaligen Eingemeindungsvertrag, dass das Feuerwehrhaus in Leobendorf zu erhalten sei, erinnerte Hans Feil.

„Wenn jemand zu viel Geld hat, kauft er eine alte Hütte und saniert sie“ philosophierte Puffer über die Varianten. Klaus Kalb stimmte ihm zu: „Wenn ich in eine alte Burg investiere, hab ich hernach eine sanierte alte Burg.“ Eine gute Ausstattung sei nicht Selbstzweck, sondern Voraussetzung für den Dienst am Nächsten, bekräftigte Kalb der auch Vorsitzender der Laufener Kameraden ist. „Die Feuerwehr ist für uns alle da“, unterstrich ebenso Lutz Feiler, „es ist unsere Pflicht, optimale Möglichkeiten zu schaffen.“

Agnes Thanbichler sprach von „Pfusch ohne Ende“. Für sie ist nicht nachvollziehbar, dass ein Bau nach 30 Jahren völlig marode sei. „In unserem Klima ein Flachdach zu bauen, ist ein Unding“, zielte sie auf Planungsfehler. Thanbichler vermutet, dass momentan noch manches „schöngerechnet“ werde und warnte: „Wenn die Kosten aus dem Ruder laufen, mach ich nicht mehr mit.“

Werner Eckl beruhigt die Tatsache, dass Grundstückserlöse noch nicht eingerechnet seien. „Damit sind wir einigermaßen auf der sicheren Seite.“ Wie viel denn das ausmache, wollte 2. Bürgermeister Franz Eder wissen. „Der Planer geht von 500.000 Euro aus“, informierte Feil, „das scheint mir sehr ambitioniert.“ Zudem hänge es davon ab, ob die Grundstücke beim jetzigen Feuerwehrhaus Wohn- oder Mischgebiet werden sollen.

Hans Feil will im Vorwahlkampf eine gewisse Stimmungsmache erkannt haben. „Eigene Interessen formulieren und schauen, wer das Meiste verspricht.“ So manches Argument laufe auf deinen Vergleich hinaus und ende mit dem Fazit: „In den letzten Jahren ist alles drin in der Stadt investiert worden. Jetzt san mir wieda dro.“

Falsch, sagte Feil dazu und listete auf, was in den Ortsteilen passiert sei: Kanalisation und Breitband, Dorfplatz, Straßen, Baugebiete, Gewerbegebiet Lepperding. Dagegen nutzten Einrichtungen wie Kinderkrippe und – hort ja allen Bürgern. Auch die Sanierung der Tiefgarage habe man angehen müssen, sollte sie nicht irgendwann zusammenfallen. Auch dieser Bau ist ein Werk der 80-er Jahre. Einstimmig befürwortete der Stadtrat, alle erforderlichen Schritte einzuleiten, um Bau-und Planungsrecht zu schaffen und die erforderlichen Mittel im Haushalt 2014 zur Verfügung zu stellen.

 
Autor: Hannes Höfer Fotos:  Südostbayerische Rundschau (1 Bilder)
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