Die Werbung um Nachwuchs hat gefruchtet. Zehn Jugendfeuerwehr-Anwärter begrüßte Kommandant Herbert Kitzberger in der Jahreshauptversammlung der Laufener Wehr. Generell erntete die Jugendarbeit von Jürgen Stelzig mehrfaches Lob. Von Großereignissen war Laufen im vergangen Jahr verschont geblieben, trotzdem war es ein arbeitsreiches Jahr. Dass Laufens Wehr zu feiern versteht, bewies sie ein Jahr nach dem eigenen Fest erneut als Patenverein der Feuerwehr Bürmoos.
„Solange es Menschen gibt, die freiwillig bereit sind, für andere da zu sein, ist es um diese Welt nicht allzu schlimm bestellt“, zitierte Bürgermeister Hans Feil den früheren Bundespräsidenten Theodor Heuss. Laufens Wehr ist oft und viele Stunden für andere da. Kommandant Herbert Kitzberger blickte mit einer Bilderschau, untermalt von dramatischer Musik, zurück auf ein „arbeitsreiches Jahr 2011“, auf Verkehrsunfälle, auf Ölspuren, Wohnungsöffnungen, Tierrettungen, Sturm- und Wasserschäden und vieles mehr. Zwölf Brände hatten die Einsatzkräfte zu bekämpfen, 83 mal waren technische Hilfeleistungen erforderlich. Insgesamt addierten sich die geleisteten Stunden auf 4.418.
Vorbeugender Brandschutz liegt dem Kommandanten sehr am Herzen, Schulklassen und Erwachsene bekommen Informationen und Unterweisung im Umgang mit Feuerlöschern. Lehrgänge sowohl im Landkreis als auch an staatlichen Feuerwehreschulen bringen die Aktiven auf den neuesten Stand. Und alles muss geübt werden: 40 Übungen zählte Kitzberger, dazu 23 Atemschutzübungen und einen Atemschutzübungstag. So sind vier neue Atemschutzgeräteträger dazu gekommen. Neu sind mit Korbinian Adler, Andreas Stelzig, Martin Stockhammer und Daniel Wimmer auch vier Feuerwehrmänner. Mit Handschlag besiegelte der Kommandant die Beförderungen.
Noch am Vormittag der Hauptversammlung war die Wehr im Einsatz beim „Disko Fieber“ am Gymnasium, bot dort Theoretisches und Praktisches. Kitzberger hatte mit der Unterstützung durch neun Aktive gerechnet, gekommen waren 20. Sein besonderer Dank galt allen Arbeitgebern, die Ihre Mitarbeiter für den Einsatz freistellen. „Das ist nicht selbstverständlich“, lobte der Kommandant.
„Die Jungen wollen ausrücken“, weiß Jugendwart Jürgen Stelzig. Dafür suchte er Einsätze aus, die sie meistern können; deren gab es 18 im vergangen Jahr, dazu zwei Ausbildungsveranstaltungen. Kräftig zupacken durften die Nachwuchskräfte beim Kreis-Jugend-Feuerwehrtag in Bad Reichenhall. Tradition haben der Umwelttag und die Zusammenarbeit mit den österreichischen Nachbarn. Bereits am Tag nach der Hauptversammlung stand ein Wissenstest im Flachgau auf dem Programm. Tradition hat bei Stelzig auch das Sparschwein, das er von den Versammlungsbesuchern weiterreichen lässt. Und das waren heuer außerordentlich viele; der große Saal im katholischen Pfarrheim war komplett gefüllt.
332 Mitglieder hat der Feuerwehrverein. Vorsitzender Klaus Kalb berichtete vom „hervorragenden“ Tag der offen Tür, von der guten Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg und dem „anstrengenden dreitägigen Fest in Bürmoos“. Anders als dort war Laufens Wehr bei zwei weiteren Festen nur schwach vertreten. „Das war enttäuschend, den die waren alle auch bei uns.“ Heuer soll das anders werden. „In Petting und Mattsee erwarte ich, dass wir mit 30 Mann aufschlagen“, bekräftigte Kalb. Auch eine dreitägige Fahrt nach Laufen an der Birs wird es 2012 wieder geben. Die dortige Wehr wird just an dem Wochenende an die Salzach kommen, wenn die Aktiven beim Musikfest in Leobendorf Arbeitseinsatz leisten. Unzufrieden war Kassier Richard Puffer. Weil das Finanzamt 11.000 Euro forderte, ist sein Kassenbestand um rund 10.000 Euro zurückgegangen. Die Entlastung von Kassier und Vorstandschaft war einstimmig.
Aus dem aktiven Dienst verabschiedeten sich zwei Feuerwehrmänner. Toni Gastager war 37 Jahre im Einsatz, Josef Prechtl 29 Jahre. In vielfältiger Funktion hätten sie mit Ihrem beruflichen Wissen der Wehr und der Stadt viel Geld gespart, würdigte Herbert Kitzberger die Beiden. Sie sind die ersten, die eine Ehrennadel und eine Urkunde für besondere Verdienste übereicht bekamen.
Kreisbrandinspektor Heinrich Waldhutter zeichnete fünf Mann für langjährigen Dienst aus. Franz Reschberger, Manfred Papillion, Thomas Hauptmann und Alexander Bruckschlögl blicken auf 25 Jahre zurück, Ludwig Rieß sogar auf 40 Dienstjahre. „Es ist schön, wenn Verein und Wehr harmonisch zusammenarbeiten“, würdigte Waldhutter, „ein funktionierendes Vereinsleben gehört dazu, es verbindet. Man sieht bei euch, dass es passt.“ Bayerns Wehren wollen mit Nachdruck um Nachwuchs werben, um dem demografischen Wandel zu begegnen, bekräftigte der Kreisbrandinspektor.
„Ein Problem sind die Ganztagsschulen“, weiß Kreisbrandmeister Hans Grabner, „die Freizeit der Jugend wird weniger.“ Hektik und Ziellosigkeit seien heute ein großes Problem. Umso bemerkenswerter sei, was Jürgen Stelzig als 1. Jugendwart in Laufen auf die Beine gestellt habe. „Es ist gewaltig, er ist ein Vorbild.“
Dass die Jugend dort gut aufgehoben sei, davon ist auch Laufens neuer Polizeichef Walter Schneidermeier überzeugt, „hier lernen sie auch soziale Kompetenz.“ Oberndorfs Kommandant Andi Pitter kündigte schon mal an, dass man demnächst auf der Suche sein werde, nach einem Patenverein, und dass er von Bürmoos „einen guten Tipp“ erhalten habe.
Zum letzten Mal dabei war heuer Ehrenkreisbrandrat Otto Blumenstein; nahezu 40 Jahre hatte er die Laufener Kameraden begleitet. „Wenn ich so in die Runde in die Gesichter schaue, werden Erinnerungen an viel schöne Stunden wach“. Er stand damals mit auf der grünen Wiese, dort wo kurze Zeit später das „neue Feuerwehrhaus“, entstehen sollte. „In Laufen wird viel getan für die Feuerwehr“, lobte er die die anwesenden Bürgermeister und die Stadträte.
Hans Feil hatte zuvor schon bekannt gegeben, dass man Mittel in den Haushalt eingestellt habe für Planungen, „aus denen die Zukunft des Feuerwehrhauses entwickelt werden soll“. Für die Zukunft der Feuerwehr ist dem 1. Bürgermeister nicht bange, der Nachwuchs gebe Anlass zu Optimismus, dass weiterhin Menschen bereit seien, Freizeit für die Allgemeinheit zu opfern, manchmal auch physische und psychische Gesundheit. „Wir wissen, dass wir eure ehrenamtliche Arbeit nicht bezahlen könnten“, gestand Feil. Andererseits: „Engagement kann auch Spaß machen, und Freude zu helfen.“ Das gute Gefühl, gebraucht zu werden.
Beförderungen zum Feuerwehrmann: Adler Korbinian Stelzig Andreas Stockhammer Martin Wimmer Daniel
Neue aktive Mitglieder der Feuerwehr Laufen: Bachmann Andy Plödt Florian Stelzig Andreas
Ehrung für 25-jähriges Feuerwehrjubiläum: Bruckschlögl Alexander Hauptmann Thomas Reschberger Franz Papillion Manfred
Ehrung für 40-jähriges Feuerwehrjubiläum: Rieß Ludwig
Ehrennadel der Feuerwehr Laufen für besondere Verdienste für Prechtl Josef Als langjähriges verdientes Mitglied der Feuerwehr Laufen. Als langjähriger Gerätewart und 1. Fähnrich der Feuerwehr laufen. Josef hat seine Tätigkeit bei der Feuerwehr Laufen aufgrund seines Umzuges nach Anger beendet.
Ehrennadel der Feuerwehr Laufen für besondere Verdienste für Gastager Anton Als langjähriges verdientes Mitglied der Feuerwehr Laufen. Als langjähriger Gruppenführer und 2. Vorsitzender des Vereins. Anton ist seit Anfang des Jahres im passiven Status.
Wir gratulieren allen beförderten und ausgezeichneten !!! |