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Vier Atemschutzgeräteträger im Brandcontainer!
29.08.2026
Datum:29.08.2026
  

Vier Atemschutzgeräteträger im Brandcontainer!

Zimmer- oder Wohnungsbrände sind statistisch gesehen im Bereich der Feuerwehr in den letzten Jahren eher rückläufig. Dafür nehmen Brände auf Feldern und in der Vegetation zunehmend zu. Dennoch ist eine optimale und möglichst realitätsnahe Brandausbildung unserer Atemschutzgeräteträger von enormer Bedeutung.

Bereits während der Ausbildung werden die Einsatzkräfte darauf vorbereitet, auch bei hohen Temperaturen einen kühlen Kopf zu bewahren und sich auf die wichtigsten Aufgaben bei einem Brand zu konzentrieren: Menschen retten, die Rauchentwicklung reduzieren und das Feuer bekämpfen.

Am 1. Januar 2018 wurde in Bayern die Rauchwarnmelderpflicht für alle bestehenden Wohnungen eingeführt. Rauchwarnmelder können Brände frühzeitig erkennen und dadurch dazu beitragen, schwere Brände und insbesondere Personenschäden zu verhindern.

Dennoch sind Zimmer- und Wohnungsbrände in der heutigen Zeit besonders gefährlich. In modernen Wohnungen befinden sich große Mengen an Kunststoffen, Holz und anderen brennbaren Materialien. Diese lassen das Feuer zwar nicht zwangsläufig stärker brennen, können jedoch zu einer deutlich schnelleren und intensiveren Rauchentwicklung führen.

Durch den heißen Brandrauch kann es nach einiger Zeit zu einer sogenannten Durchzündung des Raumes kommen. Dabei können lebensgefährliche Temperaturen und Verbrennungen entstehen. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass sich das Feuer innerhalb weniger Sekunden auf weitere Gegenstände oder sogar angrenzende Räume ausbreitet, die zuvor noch nicht vom Feuer betroffen waren.

Um auf solche extremen Situationen bestmöglich vorbereitet zu sein und die unterschiedlichen Ausbreitungsformen von Feuer und Rauch hautnah kennenzulernen, konnten mehrere Atemschutzgeräteträger aus den Feuerwehren des Landkreises nach einem intensiven theoretischen Training den Brandcontainer von innen erleben. Unter der Aufsicht und Moderation eines erfahrenen Ausbilders erhielten sie dabei einen realistischen Einblick in die Bedingungen eines Brandgeschehens.

Was bedeutet es, sich bei „Nullsicht“ in einem Brandraum zu bewegen? Wie schnell und unterschiedlich breitet sich heißer und giftiger Brandrauch aus? Wie weit kann sich ein Feuer ausbreiten und wann kommt es zur Durchzündung?

All diese Situationen konnten die Teilnehmer hautnah miterleben und sich dadurch noch besser in die Bedingungen eines realen Brandeinsatzes hineinversetzen.„Dank der modernen Schutzausrüstung spürt man die Hitze zunächst relativ spät, dann aber doch deutlich. Im Brandcontainer konnten wir Temperaturen von bis zu 650 Grad Celsius messen - ohne entsprechende Schutzausrüstung wären solche Bedingungen nicht überlebbar.“

Im Anschluss wurde außerdem das richtige Entkleiden und Ablegen der im Brandraum kontaminierten Einsatzkleidung und Ausrüstung angeleitet. Auch das Thema „Hygiene an der Einsatzstelle“ hat in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Durch die richtige Vorgehensweise soll das Risiko einer Aufnahme von Schadstoffen und damit verbundenen langfristigen gesundheitlichen Folgen möglichst reduziert werden.

Ein herzliches Dankeschön an den Kreisfeuerwehrverband Berchtesgadener Land, den Landesfeuerwehrverband Bayern sowie die Firma Dräger für die erfolgreiche und äußerst interessante Realbrandausbildung am Standort in Surheim.

Wir freuen uns bereits auf die nächsten Jahre und weitere spannende Ausbildungseinheiten!

 

 

Autor: Elias DindaFotos: Feuerwehr Laufen
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